Architekturführer: Hessen neu entdecken

  • Repräsentativ, aber alltagstauglich: Den Architekturführer „100 Jahre Moderne in Hessen“ haben die beiden h_da-Professoren am Fachbereich Gestaltung, Kai Buchholz und Kris Scholz, gemeinsam mit Professor Philipp Oswalt (Kassel) aus der Taufe gehoben. Auf fast 600 Seiten und mit rund 500 Fotografien und Abbildungen stellt der nichtsdestotrotz handliche Band 160 repräsentative Bauten Hessens vor. (© Jovis Verlag)

  • Hauptbahnhof Frankfurt: Der bei seiner Eröffnung 1888 größte Bahnhof Europas ist der Prototyp eines historischen Großstadtkopfbahnhofs. Die drei den Bahnsteigbereich überspannenden offenen Hallen in Stahlbauweise gelten als besondere Ingenieurleistung Johann Wilhelm Schwedlers. Sie verleihen diesem wichtigsten Drehkreuz im deutschen Schienennetz bis heute eine überwältigende Raumwirkung. (© Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin in der Universitätsbibliothek)

  • Haus Peter Behrens: Das erste architektonische Werk des studierten Kunstmalers Peter Behrens hat dieser komplett selbst entworfen. Noch das letzte Detail der Inneneinrichtung geht auf ihn zurück und ist kunstvoll auf seine Umgebung abgestimmt. 1901 wurde das Haus auf der Darmstädter Mathildenhöhe fertiggestellt. Über dem Eingang im ersten Obergeschoss befindet sich die Bibliothek, links daneben der hohe und helle Atelierraum als „Arbeitszimmer des Herrn“. Allerdings hat Behrens das Haus nie selbst bewohnt. (© Kris Scholz)

  • Buxbaums Hallenschwimmbad: Das heimische Wannenbad war Anfang des 20. Jahrhunderts ein Luxus der Reichen. Deshalb lobte die Stadt Darmstadt 1904 einen Architekturwettbewerb für eine öffentliche Badeanstalt aus. Diesen gewann August Buxbaum mit seinem zweigeschossigen Entwurf mit Walmdach und prominent unterhalb des Wasserturms platziertem Eingang. Das zwischen 1907 und 1909 errichtete Hallenbad kennen und schätzen die Darmstädter heute als Jugendstilbad. (© Trinks & Co., Leipzig)

  • Großmarkthalle Frankfurt: Das gewaltige Bauwerk am Mainufer, im hessischen Volksmund „Gemieskersch“ genannt, wurde von Martin Elsaesser entworfen und zwischen 1926 und 1928 errichtet. Damals ist die 220 Meter lange und 50 Meter breite Halle der größte stützenfreie Raum Europas. Fast 80 Jahre lang wurden hier fortan im großen Stil Obst, Gemüse oder Geflügel gehandelt. Nach dem Verkauf an die Europäische Zentralbank (EZB) wurde der historische Bau um die beiden EZB-Hochhaustürme ergänzt. (© Kris Scholz)

  • Kunststoffhaus fg 2000: 1968 realisiert Wolfgang Feierbach, der Fiberglasmöbel entwirft, produziert und vertreibt, seine größte Idee: das Kunststoffhaus. Den in Altenstadt in der Wetterau gebauten Prototypen bewohnt er bis 1979 mit seiner Familie. Auf dem gemauerten Erdgeschoss setzt das 125 Quadratmeter große Kunststoff-Obergeschoss auf, das komplett mit Kunststoffmöbeln aus eigener Produktion eingerichtet ist. Die beiden Loggien lassen viel Tageslicht herein – wenn nicht der Besitzer gerade zur abendlichen Cocktailparty geladen hat. (© W. Feierbach)

  • Prominenter Beistand: Zur Vorstellung des Architekturführers am Fachbereich Gestaltung der h_da auf der Mathildenhöhe begrüßte Kai Buchholz (rechts) am 31. Juli auch die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn und h_da-Präsident Ralph Stengler. Das Buchprojekt wurde vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. (Übrige Bilder: h_da/Christoph Rau)

  • Prompter Praxistest: Bei einem kurzen Spaziergang über die Mathildenhöhe (ganz links Mitherausgeber Philipp Oswalt) durfte der Architekturführer sogleich seine Qualitäten beweisen. Das Buch will dazu anregen, die in ihm versammelten Bauwerke an Ort und Stelle intensiv in Augenschein zu nehmen. Natürlich werden auch die bedeutsamen Gebäude auf der Mathildenhöhe in Wort und Bild vorgestellt.

Von Häusern und Menschen

Der Architekturführer „100 Jahre Moderne in Hessen. Von der Reichsgründung bis zur Ölkrise“ wirft anhand von 160 repräsentativen Gebäuden in Hessen Schlaglichter auf die Architektur dieser Phase. Das von Prof. Dr. Kai Buchholz vom Fachbereich Gestaltung der h_da und Prof. Philipp Oswalt (Universität Kassel) herausgegebene Werk enthält neben 350 historischen Schwarz-Weiß-Bildern etwa 130 Farbfotografien von Kris Scholz, Professor für Fotografie an der h_da. Die Macher des Buches rücken konsequent die Menschen in den Fokus. Die Bauten werden im Kontext ihrer Bedeutung für die Nutzerinnen und Nutzer vorgestellt. Auch stehen die Belange der Leserinnen und Leser im Vordergrund. Handliches Format und strapazierfähiges Hardcover machen den Führer handgepäcktauglich. Die verschiedenen Bautypen sind in Kapitel gegliedert – etwa Wohnhaus, Produktionsstätte, Schule oder Sportstätte. Auf Karten im Anhang sind die Standorte der nummerierten Objekte verzeichnet. Lagepläne und Grundrisse geben all jenen zusätzliche Orientierung, die die Gebäude an ihren Standorten erkunden möchten.

Autor

Daniel Timme
August 2019

Kontakt

Prof. Dr. Kai Buchholz
Tel.: +49.6151.16-38331
E-Mail: kai.buchholz@h-da.de