Bauhaus

Gestalt und Hinterhalt: Ausstellung im Designhaus

1908 stellt Peter Behrens den jungen Walter Gropius in seinem Architekturbüro ein, wirft ihn 1910 aber wieder hinaus. Es menschelte auf der Mathildenhöhe wie auch im Bauhaus und diese Beziehungen rückt die Ausstellung „Gestalt und Hinterhalt. Das Bauhaus im Spiegel der Mathildenhöhe“ augenzwinkernd in den Fokus. Die Schau ist noch bis zum 5. Januar 2020 im Designhaus Darmstadt geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Geschichte und Schicksal des Bauhauses sind in vielfältiger Weise mit der Mathildenhöhe in Darmstadt verwoben. Die Ausstellung beleuchtet diese zum Teil unbeachteten Zusammenhänge und möchte so einen neuen, verblüffenden Blick auf das Bauhaus eröffnen: auf menschliche Beziehungen und Konflikte, geistige Hintergründe, personelle Verflechtungen, historische Zufälle und wirkungsvolle Einflüsse.

  • Gestatten, …: Gleich zu Beginn der Ausstellung „Gestalt und Hinterhalt. Das Bauhaus im Spiegel der Mathildenhöhe“ empfangen die wichtigsten Protagonisten rund um die Mathildenhöhe und das Bauhaus die Besucherinnen und Besucher. Der Herr mit Hut ist übrigens Walter Gropius. Was der mit der Dame schräg hinter sich zu tun hatte, verrät seine Rückseite … Bild: Kris Scholz

  • Rückansicht: Sie gibt Auskunft zum Beziehungsgeflecht der Personen. Walter Gropius war zum Beispiel mit der Femme Fatale Alma Mahler verheiratet. Die hatte aber nicht nur Augen für ihn ... Bild: Roman Preylowski

  • Almas Männer: Auch Joseph Maria Olbrich zählte zu den Liebschaften Alma Mahlers. Diesen Konstellationen ist eine von sieben Stationen der Ausstellung gewidmet. Links hinter dem Vorhang kann man in geschützter Kulisse intimen Briefwechseln lauschen. Bild: Kris Scholz

  • Nachlass: Ausführlich beleuchtet die Ausstellung bislang unbeachtete Zusammenhänge zwischen dem Bauhaus und der Mathildenhöhe. Sie dokumentiert aber auch beispielhaft Exponate aus dem Nachlass der Protagonisten. Bild: Kris Scholz

  • Was wäre, wenn …?: …das Bauhaus 1925 nicht nach Dessau, sondern nach Darmstadt gezogen wäre, so wie das damals im Gespräch war? Hierzu lässt sich in einer interaktiven Virtual-Reality-Installation in den berühmten Dessauer Bau von Gropius eintauchen, den das Ausstellungs-Team virtuell direkt hinter Olbrichs Ausstellungsgebäude platziert hat – dort, wo heute der Fachbereich Gestaltung der h_da steht. Bild: Roman Preylowski

Geschichte und Schicksal des Bauhauses sind in vielfältiger Weise mit der Mathildenhöhe in Darmstadt verwoben. Die Ausstellung beleuchtet diese zum Teil unbeachteten Zusammenhänge und möchte so einen neuen, verblüffenden Blick auf das Bauhaus eröffnen: auf menschliche Beziehungen und Konflikte, geistige Hintergründe, personelle Verflechtungen, historische Zufälle und wirkungsvolle Einflüsse.

Es geht unter anderem um Alma Mahlers Liebesgeschichten mit Joseph Maria Olbrich und Walter Gropius oder darum, wie Otto Bartning 1951 vergeblich versucht, Gropius zum Darmstädter Gespräch »Mensch und Raum« einzuladen. Im Atelierhaus von 1901 hebt Prinz Ludwig von Hessen dann 1961 das Bauhaus-Archiv aus der Taufe. Doch die Begegnungen im Spiegel der Mathildenhöhe verlaufen nicht immer sehr harmonisch.

„Auch wenn es gelegentlich so dargestellt wird: Das Bauhaus war keine homogene Gemeinschaft. Es gab in seiner 14-jährigen Geschichte an drei Standorten höchst disparate Vorstellungen zur Lehre, handfeste Streitereien und eine ausgeprägte Fluktuation unter den Lehrenden“, erläutert Prof. Justus Theinert vom Fachbereich Gestaltung, der die Ausstellung mit Prof. Dr. Kai Buchholz kuratiert hat. Buchholz ergänzt: „Dass wir zum Jahresende eine Ausstellung zeigen, die auf humorvolle Weise die menschlichen Verflechtungen und Untiefen des Bauhauses ins Blickfeld rückt, ist sicher ein schöner und nachdenklicher Abschluss des gewaltigen Veranstaltungsreigens zum diesjährigen Bauhausjubiläum.“

„Gestalt und Hinterhalt“ stellt auch die Frage, was gewesen wäre, wenn das Bauhaus 1925 nicht nach Dessau, sondern nach Darmstadt gezogen wäre, so wie das damals im Gespräch war. Hierzu lässt sich in einer interaktiven Virtual-Reality-Installation in den berühmten Dessauer Bau von Gropius eintauchen, den ein studentisches Team des Fachbereichs Gestaltung unter der Leitung von Prof. Philipp Thesen virtuell direkt hinter Olbrichs Ausstellungsgebäude platziert hat. Die Gestaltung der Schau haben Professorin Ursula Gillmann und Angelina Dalinger gemeinsam mit Studierenden betreut.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Gestalt und Hinterhalt. Das Bauhaus im Spiegel der Mathildenhöhe“ ist noch bis zum 5. Januar 2020 im Designhaus (Eugen-Bracht-Weg 6, 64287 Darmstadt) geöffnet: mittwochs bis sonntags von 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Katalog. Vorgestellt wird das Buch von den Autoren Kai Buchholz und Justus Theinert am Dienstag, 3. Dezember, um 18 Uhr am Fachbereich Gestaltung der h_da (Olbrichweg 10, 64287 Darmstadt).

Autor

Simon Colin
November 2019

Kontakt

Simon Colin
Hochschulkommunikation
+49.6151.16-38036
simon.colin@h-da.de