Ausstellung: Suche nach dem „digitalen Ich“

Inwiefern verändern die Digitalisierung und die Nutzung neuester Medien unser Denken, Fühlen und Handeln? Studierende aus dem internationalen Master-Studiengang „International Media Cultural Work“ haben sich dieser Frage künstlerisch genähert. Die Ergebnisse präsentieren sie bis zum 30. Juni in der Ausstellung „Das digitale Ich – Wege zu einer neuen Ökologie der Sinne“ im Museum Schloss Fechenbach in Dieburg.

Digitale Medien sind vor allem für jüngere Menschen wichtige Bezugspunkte, in deren Rahmen sie ihre sozialen und individuellen Persönlichkeiten ausdrücken und weiterentwickeln können. Die h_da-Studierenden greifen das Thema „digitales Ich“ in ihren aktuellen Medienarbeiten auf und setzen sich ebenso kritisch wie kreativ damit auseinander.

Die Schau in Dieburg ist die sechste Kooperationsausstellung von Studierenden sowie Absolventinnen und Absolventen des Fachbereichs Media der h_da mit der Stadt Dieburg und dem Museum Schloss Fechenbach. „Kuratiert und organisiert wird sie von den Studierenden des Master-Studiengangs International Media Cultural Work. Sie setzt vor allem auf Exponate, die den Leitgedanken des ‚digitalen Ich‘ in einem intensiven Zusammenspiel der Sinne veranschaulichen“, erläutert die kuratorische Leiterin Prof. Sabine Breitsameter vom Fachbereich Media der h_da. Zu sehen sind Filme, Hörspiele und 3D-Audio-Produktionen, Installationen, Games und interaktive Medienarbeiten.

Licht- und Schattenseiten der digitalen Welt

Hierzu zählt zum Beispiel die audiovisuelle Installation „Preexistent nonexistence coexisting“. Sie veranschaulicht, wie es aussieht, wenn die Natur Orte verfremdet, die vom Menschen verlassen wurden. „Quod Symbiotic“ hingegen zeigt, wie digitale Medien die Perspektive auf alltägliche Gegenstände verändern können und dadurch ihre Bedeutung modifizieren. In „Ammanote“ stehen Gedichte und Bilder im Fokus, die vor den Augen der Betrachtenden neue Formen und Bedeutungen annehmen. Zu den zahlreichen Exponaten der Ausstellung zählt unter anderem auch die Medienskulptur „Petrischale“. Sie lädt die Besucherinnen und Besucher ein, sich auf die Suche nach dem digitalen Ich zu begeben, mit diesem in Dialog zu treten und sensibilisiert hierbei für die Überwachung in einer digitalen Gesellschaft.

Begleitet wird die Ausstellung von Medienkunstworkshops, die Studierende des Master-Studiengangs International Media Cultural Work in der letzten Juniwoche an der Alfred-Delp-Schule Dieburg geben. Zudem findet flankierend zur Ausstellung ein internationales wissenschaftliches Symposium statt: „Medienästhetische Bildung: Ein Projekt im Zeitalter des Digitalen. Von der Medienökologie zur schöpferischen Autonomie“. Zur Finissage der Ausstellung wird erneut der Nachwuchspreis Medienkultur der Stadt Dieburg verliehen.

  • Alles verkabelt: Ein h_da-Student beim Aufbau einer Installation im Museum Schloss Fechenbach. (Alle Bilder: Hoang Ngoc Tu Nguyen)

  • Letzter Schliff: Studierende bereiten die Vernissage vor.

  • Blick aufs digitale Ich? Auf der Pressekonferenz testet ein Journalist die Virtual-Reality-Brille.

  • Publikumsmagnet: Großer Andrang bei der Vernissage am 29. Mai 2019.

  • Installation „Ammanote“: Gedichte und Bilder nehmen neue Formen und Bedeutungen an.

Öffnungszeiten der Ausstellung im Museum Schloss Fechenbach (Eulengasse 8, 64807 Dieburg): dienstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung

Blaue Nacht – Performance und Museumsführungen von Studierenden: Samstag, 15. Juni, 14 bis 22 Uhr
Im Rahmen der Veranstaltung „Dieburg in Blau“ lädt das Museum Schloss Fechenbach zur „Blauen Nacht“. Von 14 bis 22 Uhr bieten Studierende vom Mediencampus der h_da Führungen durch die Ausstellung „Das digitale Ich – Wege zu einer neuen Ökologie der Sinne“ an. Um 19, 20 und 21 Uhr findet eine Performance der Studentin Amani Maache zu ihrem ausgestellten Werk „Ammanote“ statt.

Internationales Symposium „Medienästhetische Bildung: Ein Projekt im Zeitalter des Digitalen“: Öffentlicher Vortrag zu Medienkulturarbeit und Demenz am Samstag, 29. Juni, 12.30 Uhr
Am letzten Ausstellungswochenende findet im Rathaus/Magistratssaal eine flankierende wissenschaftliche Tagung statt unter dem Titel „Medienästhetische Bildung: Ein Projekt im Zeitalter des Digitalen. Von der Medienökologie zur schöpferischen Autonomie“. Tagungsleiterin ist Prof. Sabine Breitsameter vom Fachbereich Media der h_da. Am Samstag, 29. Juni, richtet sich um 12.30 Uhr ein Vortrag an die interessierte Öffentlichkeit: Die Berliner Radiomoderatorin und Klangkünstlerin Christine Schön referiert zu „Medienkulturarbeit und Demenz“. Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei.

Gala zur Verleihung des „Nachwuchspreises Medienkultur der Stadt Dieburg“: Sonntag, 30. Juni, 15.30 Uhr
Zum vierten Mal vergibt die Stadt Dieburg ihren „Nachwuchspreis Medienkultur“. Eine Jury wie auch das Publikum votieren hierzu für ihre drei Favoriten-Exponate aus der Ausstellung „Das digitale Ich“. Mit der Preisvergabe würdigt die Stadt Dieburg Produktionen, „die im ästhetischen Umgang mit Medien richtungsweisende Impulse geben und ihren Fokus sowohl auf schöpferische als auch erkenntnisfördernde Qualitäten von Medienproduktionen richten“. Die Preisverleihung findet statt am Sonntag, 30. Juni, um 15.30 Uhr im Museum Schloss Fechenbach.

Autor

Simon Colin
Juni 2019

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Simon Colin
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