VON DER IDEE BIS ZUM SPRITZGIESSWERKZEUG

5 Menschen beim bedienen der Maschine

Den komplexen Entwicklungsprozess eines Serienproduktes von der Idee bis zum fertigen Teil können Kunststofftechnik-Studierende ab sofort praxisnah und lückenlos nachvollziehen. Im Kunststofftechnik-Labor der Hochschule Darmstadt (h_da) steht hierfür eine neue CNC-Maschine zur Verfügung, die Spritzgieß-Werkzeuge für Kunststoff-Produkte auf Basis einer digitalen Vorlage automatisiert herstellt. Das aus Studierenden bestehende Rapid Tooling-Team um Prof. Dr. Thomas Schröder und Dr. Jens Butzke konnte die Maschine im Wert von 200.000 Euro mit Hilfe zentraler QSL-Mittel (Mittel zur Qualitätssicherung in Studium und Lehre) anschaffen. Das Unternehmen Okuma gewährte zudem einen Preisnachlass, der die Anschaffung zusätzlich erleichterte.

Von Simon Colin, 07.10.2021

Bislang haben Studierende die benötigten Spritzgieß-Werkzeuge digital konstruiert und die Kunststoff-Produkte auch hergestellt, die Fertigung der so genannten Werkzeugeinsätze zur Herstellung der Kunststoff-Produkte aber nicht miterlebt. Diese Lücke schließt die neue Maschine. Die Studierenden laden ihr am Computer entwickeltes Produktdesign in die Maschine, die daraus Werkzeugeinsätze aus keramik- oder metallgefülltem Kunststoff 3D drucken und zugleich auch fräsen und somit bearbeiten kann, wodurch die Werkzeugoberfläche verbessert wird. Zugleich lassen sich durch dieses kombinierte Verfahren die Werkzeuge ressourcenschonender herstellen, da beim Abtragen der zuvor gedruckten Form nahezu keine Schnittreste entstehen.

„Die Studierenden lernen an der Maschine modernste und nachhaltige Fertigungsmethoden, zugleich stärken wir die Digitalisierung in der Lehre“, sagt Prof. Dr. Thomas Schröder. Vorgesehen ist zudem ein Forschungsprojekt, in dem die ressourcenschonende Herstellung von Werkzeugeinsätzen im Fokus steht, wie Dr. Jens Butze erläutert. „Zugleich denken wir interdisziplinär und ermöglichen anderen Fachbereichen die Nutzung der Maschine zur Fertigung ihrer Produktentwürfe.“ Fit gemacht für den hochschulweiten Betrieb wurde die neue Anlage vom Team der mechanischen Werkstätten der h_da-Kunststofftechnik um Frank Berns gemeinsam mit Studierenden aus der Kunststofftechnik-Fachschaft.

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Simon Colin
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