European Universities Event Bruessel

Rückenwind für europäische Allianzen

EUT+ und die übrigen europäischen Hochschulallianzen sind ein Erfolgsmodell und sollen daher auch über 2027 hinaus von der Europäischen Union gefördert werden. Diese starken Signale nehmen die europäischen Hochschulverbünde aus Brüssel mit. Dort fand auf Initiative des Landes Hessen und organisiert von der Hochschule Darmstadt eine internationale Konferenz zur Zukunft der Hochschulallianzen mit hochkarätigen Persönlichkeiten aus Politik und EU statt. Mehr als 200 Gäste nahmen an der Veranstaltung in der Landesvertretung Hessen teil.

Von Simon Colin, 16.1.2026

„Sie haben unsere Erwartungen übertroffen. Wir sind sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen der europäischen Hochschulallianzen“, bilanzierte Vanessa Debiais-Sainton aus der Europäischen Kommission und dort zuständig für Higher Education-Programme und die europäischen Hochschulverbünde. Positive Signale auch von Laurence Farreng, Abgeordnete im Europäischen Parlament und Mitglied im CULT-Ausschuss für Kultur und Bildung: EUT+ und die übrigen hessischen wie europäischen Hochschulallianzen sollten auch in der nächsten Förderperiode 2028-2034 in Erasmus+ verankert bleiben. „Sie können hier auf das europäische Parlament zählen.“

Mit auf dem Brüsseler Podium saß Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels. Er warb für eine starke Verankerung der Allianzen in Erasmus+ und eine stabile künftige Finanzierung. Es solle zudem konkret festgeschrieben werden, welcher prozentuale Anteil des Erasmus-Budgets für die europäischen Hochschulallianzen vorgesehen sei. In der aktuellen Förderperiode von 2021-2027 werden die inzwischen 65 europäischen Hochschulverbünde mit insgesamt gut 41 Milliarden Euro ausgestattet.

Auch h_da-Präsident Prof. Dr. Arnd Steinmetz unterstrich die Bedeutung einer stabilen Finanzierung der Hochschulallianzen, um einheitliche Strukturen aufbauen zu können. Speziell die European University of Technology sei unter allen geförderten Allianzen jene, die tatsächlich zu einer europäischen Hochschule mit eigener Rechtsform zusammenwachsen wolle. Hierbei gelte es unter anderem, einige regulatorische Hürden aus dem Weg zu räumen. Umso wichtiger sei Planungssicherheit auf allen Ebenen. Vanessa Debiais-Sainton zeigte hierfür Verständnis und betonte, dass es ein Ziel sei, Planungssicherheit herzustellen. Mit Blick auf aktuelle geopolitische Unsicherheiten warb sie zugleich um Verständnis dafür, dass künftige Fördermittel teils auch flexibler vergeben werden müssten.

Einig war sich das Podium über die hohe Bedeutung der Hochschulallianzen für einen europäischen Hochschul- und Bildungsraum und letztlich auch für ein vereintes und starkes Europa. Laurence Farreng betonte, die Allianzen hätten die europäische Identität gestärkt und würden europäische Werte betonen, darunter die Verteidigung der wissenschaftlichen Freiheit. Vanessa Debiais-Sainton hob hervor, dass die großen Herausforderungen der Zukunft innerhalb von Hochschulverbünden viel besser zu bewerkstelligen seien.

Dem pflichtete auch h_da-Präsident Steinmetz bei. Auf vielen weiteren Ebenen würden die EUT-Hochschulen bereits von ihrem Zusammenschluss profitieren. Etwa im Bereich Forschung. Gerade im Ingenieursbereich sei der Markt um hochkarätige Forschende umkämpft. Hier profitiere man von einem europäischen Netzwerk, das sich über den gesamten Kontinent erstrecke und das Forschende davon überzeuge, sich zum Beispiel für die Hochschule Darmstadt zu entscheiden.

Er nannte drei weitere Beispiele aus der European University of Technology, die belegen, wie weit der Verbund bereits zusammengewachsen ist und hierdurch den europäischen Gedanken stärkt: Die „Common Research Affiliation“ ermöglicht es Forschenden, im Namen ihrer Hochschule und zugleich im Namen der „European University of Technology, European Union“ zu publizieren und somit europäische Forschung zu profilieren.

Von der „Mobility Maps Database“ profitieren speziell Studierende. Hier können sie unkompliziert erkennen, welche Fachgebiete bereits Module hochschulübergreifend anerkennen und somit ihre Auslandsaufenthalte besser planen. Ein nächster Schritt sollte Steinmetz zufolge ein europäischer Studierendenausweis sein, um Aufenthalte zusätzlich zu erleichtern. Auch die Entrepreneurship School richtet sich an EUT+-Studierende. Hier präsentieren sich studentische EUT+-Teams mit ihren Startup-Ideen, ausgewählte Teams erhalten eine Förderung.

Europa nachhaltig stärken

„Mit unseren europäischen Allianzen haben wir uns erfolgreich auf den Weg gemacht, Hochschulbildung auf europäischer Ebene neu zu denken – und neu zu leben: als europäische Hochschulen“, bilanzierte h_da-Präsident Prof. Dr. Arnd Steinmetz. „Wir ebnen den Weg, damit unsere Studierenden künftig problemlos an mehreren Standorten studieren können. In Lehre, Forschung und Verwaltung nähern wir uns bereits länderübergreifend einander an. Dabei bringen wir die Erfahrungen und Werte des deutschen Hochschulsystems in dieses neue europäische Konstrukt ein. Als starke wissenschaftliche Allianzen stehen wir für Innovation, Freiheit und Demokratie und tragen dazu bei, Europa nachhaltig zu stärken.

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